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Geschrieben von: LN Beitrag Sonntag, den 18. Oktober 2009 um 00:00 Uhr

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fotonachlass_lnEin Stück Lübecker Foto-Geschichte von Karl Braune. Jürgen Braune möchte den Foto-Nachlass seines Vaters Karl Braune in guten Händen wissen. Ob die Stadt die Bilder übernimmt, ist unklar.Es sind Fotos, die die ganze Schönheit der

Hansestadt vor Palmarum 1942 ebenso zeigen wie die verheerende Verwüstung durch den Bombenangriff und schließlich den Wiederaufbau. Stets vom selben Standpunkt aus nahm der bekannte Lübecker Fotograf Karl Braune (1896-1971) zwischen den 20er und 60er Jahren Vergleichsbilder auf. Vom Dom, St. Marien, der Breiten Straße und vielem mehr.

„Mein Vater“, sagt der inzwischen 80-jährige Jürgen Braune, der in Bad Segeberg lebt, „hatte als einziger die offizielle Genehmigung, die zerbombte Stadt fotografieren zu dürfen. Ansonsten war das Fotografieren aus Geheimnisgründen bei hoher Strafe verboten.“ Insofern sei der rund 3000 Bilder und Negative umfassende Nachlass seines Vaters ein „geschichtsträchtiger Schatz“, der in die Weltkulturerbe-Stadt gehöre. Schon vor acht Jahren hatte er einen Vorstoß gewagt: Er bot der Stadt den Nachlass seines Vaters für 30 000 Mark an. Doch die Lübecker Museen für Kunst und Kulturgeschichte lehnten ab. „Kein Geld, kein Platz, um die Bilder sachgerecht aufzubewahren“, lautete damals das Argument. „An private Sammler hätte ich die Fotos für viel Geld verkaufen können“, erzählt Braune, „aber das möchte ich auf gar keinen Fall.“

Jetzt will er es erneut bei der Hansestadt versuchen, denn nur da gehören die Fotos seiner Ansicht nach hin. Dabei zeigt sich Braune inzwischen durchaus verhandlungsbereit. Groß sind die Chancen jedoch nach wie vor nicht, wie Thorsten Rodiek, Direktor der Museen für Kunst und Kulturgeschichte, verdeutlicht. Vor acht Jahren habe man das Thema im Kulturausschuss beraten und seinerzeit zum einen nicht das Geld gehabt, „zum anderen keinen Bedarf gesehen, weil wir bereits Abzüge von 60 bis 70 Prozent der Braune-Bilder haben“. Was Jürgen Braune in Abrede stellt: „Das kann nicht sein, die wissen gar nicht, was sie in Lübeck haben“. Wisse man sehr wohl, entgegnet Rodiek.

Die finanzielle Situation der Hansestadt hat sich seit 2001 keineswegs verbessert, und auch die Raumsituation im St. Annen-Museum ist alles andere als entspannt. „Wenn“, sagt Rodiek, „könnte man sich zusammensetzen und schauen, was von dem Braune-Nachlass wir bei uns gebrauchen und unterbringen können. Ich würde sogar dafür nach Bad Segeberg fahren“, ist er kooperativ. Vielleicht kommt ja so noch Bewegung in die Sache und werden die Bilder, Zeugnisse der Lübecker Vergangenheit, doch einen Platz in der Hansestadt finden.

Von Sabine Risch,
Foto: Jürgen Braune möchte das Foto-Erbe seines Vaters gut untergebracht wissen. Foto: Karl Braune/Kullack

ln-online/lokales vom 18.10.2009 16:25



Leser-Kommentare (3)

Archivmaus schrieb am 18.10.2009 19:30:
Wäre die Fotosammlung nicht ein wertvoller Bestand für das Stadtarchiv? Oder etwas für einen schönen Bildband? Wenn Herr Braune schon so viel Geld haben möchte, dann sollte er nicht das finanziell arme Lübeck, sondern einen ansässigen Verlag fragen.

Andreas Asylanti schrieb am 18.10.2009 20:48:
Lübecks ideenlose Kulturprofis immer am Boden -

Vor Jahrzehnten waren keine 10.000 Mark da, um das berühmte Lübeck-Kokoschka-Gemälde/Jacobikirche zu erwerben. Ein Senator sprang in die Bresche und verkündete Garantie der jederzeitigen Rücknahme zum Preis von 10.ooo DM. Damit war die Auftragsarbeit gerettet.

Robert Müller schrieb am 18.10.2009 22:30:
Warum will er denn soviel Geld haben? Sowas spendet man einfach, wenn einem wirklich was an der Stadt und einer würdigen Aufbewahrung des Nachlasses liegt

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